Apr 18 2010
Der Kinderdieb – Peter Pan im Horrorland
Vergessen Sie Disneys netten, freundlichen und etwas skurrilen Peter Pan! Die weichgespülte Version des echten Elfen hat nichts mit der zynischen, brutalen und zerrissenen Persönlichkeit des Helden in “Der Kinderdieb” zu tun! Zumindest, wenn man dem begnadeten Autor “Brom” glauben darf, der ebenfalls für sämtliche stimmungsvollen Zeichnungen im Buch verantwortlich ist.
Peter Pan kommt als eine Art Wechselbalg auf die Welt, wird von ihr ausgespuckt, in den Wald vertrieben und muss sich dort durchschlagen, bevor er das Säuglingsalter verlassen hat. Dank seinen Elfen-Gene wird er früher erwachsen als Menschenkinder, lernt das Leben aber nur von der bitteren und bösen Seite kennen. Sein erster Kontakt mit den Kindern dieser Welt gerät denn auch gleich zum Fiasko, das große Auswirkungen auf seine Entwicklung in der Zukunft hat.
Da zieht er nämlich in die amerikanischen Städte der Gegenwart, sucht einsame und schutzlose Kinder, “rettet” sie aus ihrer Situation und Welt und bringt sie durch die gespenstischen Horror-Nebel von Avalon zu den Teufeln in ein Reich, aus dem es kein zurück gibt.
Hört sich heftig an? Dann lesen Sie erstmal das Buch, bei dem es zum Teil ganz explizit zur Sache geht. “Brom” hat in nirgendwo ein Blatt vor den Mund genommen und bringt mit “Der Kinderdieb” einen überaus glaubwürdigen Gegenentwurf zum freundlichen und sympathischen Peter Pan, wie ihn die meisten kennen.
Die kunstvollen Zeichungen untermalen die Story eindrucksvoll und lassen sie noch realistischer und plastischer erscheinen. Definitiv kein Kinderbuch, aber für Erwachsene die Horror und Thriller mögen, ein Leckerbissen!
Beim Publisher Pan-Verlag gibt es ein interessantes Interview mit Brom, sowie ein Live-Book mit Texten und Illustrationen.
Beim Verlag für 16,95 Euro erhältlich. Umfang: 655 Seiten.

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