Feb 18 2010
Schule kontrolliert Schüler mit Laptop-Webcam
Eigentlich ist der Blake J Robbins v Lower Merion School District Teil eines ganz normalen Vorortes von Philadelphia in Amerika. Die Schulen der gehobenen Wohngegend gaben sogar kostenlos Laptops an ihre Schüler aus, um sie bei ihren Studien und Prüfungen zu unterstützen.
Stutzig wurde ein Schüler allerdings, als er für ungebührliches Benehmen Zuhause von der Schule diszipliniert wurde. Nach einigen Nachforschungen kam heraus, dass die Webcams der Laptops für die Beobachtung im Unterricht und im Privatbereich genutzt wurden, berichtet Cory Doctorow bei BoingBoing. Als Beweis für das sträfliche Verhalten wurde nämlich eine Foto der Webcam vorgelegt, das im Zuhause des Jungen ohne sein Wissen entstanden war.
Seit längerem ist bekannt, das an amerikanischen Schulen Bestrebungen von Schülern nach Privatsphäre wie surfen mit Proxys und Kryptografieprogramme z.B. für den Versand von E-Mails immer wieder zu Repressalien und Druck führen.
Das “Land of the Free” zeigt einmal mehr, wie sehr es sich vor seinen Bürgern fürchtet und das weiland die Stasi stolz gewesen wäre, wenn sie ungestraft so hätte agieren dürfen.
Die Frage ist allerdings, wie lange es dauert, bis dieser Trend zu uns kommt.
Update: 22.02.2010:
Wie MyWay berichtet, rudert die Schulverwaltung jetzt zurück. Schuld soll jetzt ein Administrator sein, der heimlich die Webcams der Schüler angesteuert hat. Wie aber diese Bilder in die Verwaltung kamen und warum trotzdem dadurch ein Schüler bestraft wurde, konnte nicht geklärt werden.
In den letzten 14 Monaten seien 42 Mal Webcams von der Verwaltung angeschaltet worden, allerdings nur, um festzustellen, dass keins der 2.300 kostenlos vergebenen Laptops nicht zwischenzeitlich gestohlen worden seien! (Für wie dämlich hält das Direktorium eigentlich seine Schüler? Wenn jemand ein Laptop klaut, wird er zuerst mal die Webcam und sämtliche Remotezugriffe löschen.)
Die ganze Geschichte bekommt noch einen weiteren Dreh, da der Schüler vor der Webcam “lustige” Pillchen geschluckt haben soll. Die Familie sagt jedoch, es seien nur Bonbons gewesen. Erstaunlicherweise sind aber weder die Familie, noch der Schüler noch deren Anwalt zu einem Kommentar zu erreichen.
Mittlerweile ermittelt das FBI, inwieweit Persönlichkeitsrechte und Privatsphäre verletzt worden sind.

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