Apr 20 2008
Nicht lecker: Essen ohne Sinn und Verstand
Nicht alles was lecker aussieht und schmeckt, ist auch gut für uns. Diese Weisheit ist nicht wirklich neu, trifft aber im Zeitalter des Fastfood, der boomenden Nahrungsmittelindustrien und knapper werdender Ressourcen mehr als jemals zuvor auf uns zu.
Vom eher schlichten “Design” eines Apfels von dem die Engländer sagen “One Apple a day keeps the doctor away”, ist er gegenüber den bunten und knalligen Verpackungen von Frühstücksflocken und saftig toll aussehenden Burgern, klar im Nachteil. Gesünder ist er schon, nur warum entscheiden wir uns trotzdem für das besser dargestellte Produkt?
Brian Wansink ist Professor für Marketing und Ernährungswissenschaften. Mit seinem aktuellen Buch “Essen ohne Sinn und Verstand”, analysiert er sehr nüchtern unsere Essgewohnheiten. Er beginnt bei Großeinkauf und Bequemlichkeit als einige der Wurzeln des Übels, arbeitet sich durch die Themen “Essen als Trost” und das Phänomen des vergessenen Essens und gibt schließlich erhellendes über die Farbe des Essens und Markenhysterie bekannt.
Dabei hält er nicht mahnend den Zeigefinger in die Luft oder schaut besserwisserisch über die halbe Lesebrille der (Pseudo)Intellektuellen, sondern arbeitet das ganze Thema wohltuend sachlich und nüchtern auf. Dadurch gelangen aber auch wesentlich mehr Information glaubwürdig ans Ziel und nach der Lektüre des Buchs hat man plötzlich einen Merkzettel aus 2 DIN A4- Seiten, mit dem man sich von nun an anders und besser ernähren will.
Richtig lustig wird es u.a. bei den Kapiteln “Wie schmecken Kutteln” und “Popeye Projekt”, denn hier kann man sehr gut die jeweilige Konditionierung für unsere Nahrung erkenne.
Das Buch hilft auf der Suche nach verbesserter Ernährung in jedem Fall weiter. Es räumt mit überholten Denk- und Essgewohnheiten auf und hat gerade wegen seiner Sachlichkeit einen hohen erzieherischen Wert.
“Essen ohne Sinn und Verstand” ist im Campus Verlag erschienen und kostet 17,90 Euro


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